Auf einem Kurs oder einer gemeinsamen Reise kommt es vor, dass zwei Kollegen ein Zimmer teilen. Man kennt sich vom Arbeitsplatz, aber nicht aus dem Schlafzimmer, und das kann anfangs ungewohnt sein. Mit ein paar freundlichen Absprachen wird es leichter, und beide können sich im gemeinsamen Zimmer wohlfühlen. Es geht nicht um Strenge, sondern um Rücksicht auf kleinem Raum.
Absprachen am ersten Abend
Sprecht am Ankunftstag kurz über die wichtigsten Dinge. Wer schläft wo, wer nimmt welches Regal im Schrank, und wer geht zuerst ins Bad? Das Bad ist meist der Punkt, an dem es am schnellsten eng wird. Ein einfacher Vorschlag, etwa dass einer morgens zuerst duscht und der andere abends, löst vieles. Frage auch, ob das Fenster offen oder geschlossen sein soll und wie warm der Raum sein darf.
Denkt an Licht und Lärm. Am Abend kann eine kleine Leselampe das Deckenlicht ersetzen, damit die andere Person nicht gestört wird. Der Wecker wird leise gestellt, und das Telefon liegt auf lautlos. Wenn du telefonieren willst, gehe in den Flur oder nach draussen. Wer früher aufstehen muss, sagt es am Abend vorher und bereitet Kleidung und Tasche schon vor. So bleibt der Morgen ohne Hektik.
Halte deine Sachen ordentlich. Ein Zimmer für zwei wirkt schnell chaotisch, wenn Kleidung, Taschen und Ladekabel überall liegen. Lege deine Sachen auf dein Bett, in deinen Schrankteil oder in deinen Koffer. Lasse Wertsachen nicht offen herumliegen. Nimm dein Handtuch nach dem Duschen mit ins Zimmer und hänge es an deinen Haken. Kleine Ordnung zeigt Respekt und macht das Zimmer angenehmer für beide.
Respektiere die Privatsphäre. Ziehe dich im Bad um, wenn dir das lieber ist, und frage, wenn du unsicher bist, wie es die andere Person hält. Lasst einander Zeit für sich, ohne beleidigt zu sein, wenn der andere lieber liest oder allein spazieren geht. Am letzten Morgen bedankt ihr euch kurz. Dann ist das gemeinsame Zimmer eine Erinnerung an eine Zeit, in der man sich besser kennengelernt hat. Oft ist es gerade die Rücksicht im Kleinen, die im Büro später ein gutes Verhältnis möglich macht, weil man einander beim Zusammenleben auf Zeit erlebt hat.